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Ein paar Jährchen haben sie ja schon auf dem Buckel und das dritte
Album mittlerweile auch - Final Breath. Die Band hinter einem der
besten Open Airs in der deutschen Metal-Landschaft, dem UFTG in
Gemünden, hatte am 27.11.2004, also knapp über einem Monat nach dem
Erscheinen von „Let Me Be Your Tank“, die Releaseparty zu der erwähnten
Killerscheibe und mit den befreundeten Bands R.O.T.S., Legio Mortis und
Verdict auch einen passenden Support.
Dies konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen und flitzten mal
schnell nach Langenprozelten. Ziemlich doofer Name, aber wenn man weiß,
wer da ansässig ist, wundert es einen nicht mehr. ;)
Das etwas größere Dorf am Main liegt knapp hinter Gemünden und zählt
somit zum Hoheitsgebiet der Death-Thrasher. Und da man in der Umgebung
auch reichlich Fans über die Jahre sammeln konnte, war die Eventhalle
(eine Turnhalle, die für verschiedene Anlässe gebucht werden kann) mit
über 250 Metallern im Alter von ca. 14 bis 398 Jahren gut gefüllt.
Da man außer mit dem sehr günstigen Eintritt von 6€ zusätzlich noch mit
sehr verlockenden Angeboten aus dem eigenen Merchandise locken konnte
(T-Shirts/Girlies 10€ - Kapu 22€ - LS 15€ - Poster 1€ - LMBYT-CD 10€ -
Lim. DCD 13€), kam quasi jede/r auch auf niedrige Kosten. Das Bier zu
je 1,80€ bereitete ebenfalls den Ansässigen gute Laune und als wir den
Saal betraten, waren bereits die Youngster R.O.T.S. aus der näheren
Umgebung auf der Bühne und machten kräftig Stimmung mit ihrem
„School-Death“.
R.O.T.S.:
Neben den eigenen Songs, die zwar schon einen guten Groove besitzen,
aber aufgrund der noch nicht allzu langen Tätigkeit der Gruppe den
technischen Standard des heutigen Abends nicht mithalten konnten,
zockte man auch ein Cover von Slayer. Dies sagte mir aber der mit dem
finalen Atem wirkende Sänger Eumel erst später, ansonsten hätte ich’s
wohl nicht herausgehört – zu breiig war der Sound.
Den Neu-Metallern vor der Bühne war es sichtlich egal – Hauptsache Spaß und das konnten R.O.T.S. sehr gut vermitteln.
Nun aber wieder ab in den Proberaum und üben, üben, üben. Dann klappt das auch mit dem Nachbarn. ;)
Legio Mortis:
Kurze Umbaupause, in der auch Verdict ihren Krempel anschleppten, und
dann ging’s auch schon weiter mit Legio Mortis und ihrem teilweise
recht melodiösen Black Metal.
Leider hatte man aus irgendwelchen Gründen das Keybord dermaßen laut
abgemischt, dass ich schon genauer hinhören musste, was für Riffs man
in petto hat. Und die waren nicht mal so schlecht, aber wie schon
erwähnt – das Keybord! Hmpf! Wieso man das Begleitinstrument so
dominant erklingen lässt, frage ich mich bei so manchen Bands, aber nun
gut. Zum Ende hin zockte man jedenfalls einen Track ohne das
Tasteninstrument und ruckzuck war auch der Moshpit im Gange. Na also,
es geht doch!
Mit gleich zwei Sängern, ein Gitarrist übernahm ebenfalls noch zu dem
Shouter mit dem leckeren Bolt Thrower-Shirt die Vocals und das wirklich
sehr gut, heizte man die herumflippende Menge weiter an und aus war’s.
Schade, gerade als es zu gefallen begann. Naja, was soll’s. Jetzt
sollte die „Mille“nberger Thrash-Fraktion Verdict die Bühne stürmen und
darauf hatte ich mich schon lange gefreut.
Verdict:
Zwar hatte man auch anfänglich etwas Soundschwierigkeiten, die aber
bereits zum zweiten Song „Reflections Of Pain“, dem Titelsong ihres
hervorragenden letzten Albums, behoben waren und so konnte das
Thrash-Massaker losgehen!
Danach gab es weiterhin auf die Mütze und auch einige Songs des
momentan fertigzustellenden neuen Albums wurden uns präsentiert, die
mich persönlich sehr neugierig machten und von den bangenden Fans
genauso aufgenommen wurden wie die alten Nackenkitzler.
Basser Dave war wie immer eine Augenweide für jeden, der nicht auf
Standmusiker steht. Gitarrist Pack zelebrierte hingegen ein weiteres
Mal die Kunst der statischen Evilness mit Abschirmen des Griffbretts.
Sänger Ratte glänzte mit seinen eigenwilligen Ansagen, die sicher nicht
nur die Mitmusiker und mich zum Schmunzeln brachten. Und auch der Rest
der „Verdictoren“ bot eine astreine Leistung. Gern mehr davon und
hoffentlich gibt es bald die neue Scheibe, auf der wohl auch der Sänger
der nächsten Band zu hören sein wird. Aber mehr wird noch nicht
verraten, denn wir wollen ja keine wundgeschupperten Ärsche kreieren. ;)
Final Breath:
Noch eine Umbaupause und dann war es auch soweit – der Hauptgrund für diese Veranstaltung konnte verwirklicht werden.
Heute sollte man einen etwas längeren Gig als sonst zocken und das auch
zu Recht, denn genügend Material war zu verwursten. Die gesamte „Let Me
Be Your Tank“-Scheibe sollte den Fans vorgetragen werden und mit
einigen alten Smashern wie „Mind Explosion“, „When Love Turns To Hate“
(ebenfalls das allererste Mal live gespielt), „Break Down“ und „Under
Pressure“ garniert, konnte man auch die Fans fast 1,5h bestens
unterhalten.
Shouter Eumel flitzte wieder wie ein Pfitschepfeil von links nach
rechts, vor und zurück, rauf und runter und wenn er die Schwerkraft
aussetzen lassen könnte, würde er sicher auch noch diagonal von dem
linken unteren Eck zum rechten oberen wuseln, aber zum Glück (?)
schafft er dies noch nicht. Dafür musste in letzter Zeit sein
Waschbärbauch weichen. Ebenso verschwand sein schwarzes Käppi
kurzzeitig von der Sichtfläche. Anscheinend hatte es ihm ein Fan (es
kamen bereits Sprechchöre, dass er es doch absetzen sollte) gemopst.
Kurze Zeit später tauchte es an Dominiks Basshals wieder auf und wurde
anschließend beseitigt.
Irgendwann war auch Mitternacht und ein paar Leutchen mussten den Saal
verlassen. Dies tat aber der guten Stimmung unter den immer noch
zahlreich Verbliebenen keinen Abbruch und Final Breath holzten
weiterhin ihre Kracher in die schon zitternden Trommelfelle der
Anwesenden.
Der Moshpit wurde den gesamten Gig über immer wieder gepflegt und
speziell bei ihren Alltime-Hits wie „Break Down“ und „To Live And To
Die“ sowie dem Titelsong der heute gefeierten Scheibe gab es auch von
den Kehlen der ersten Reihen die mittlerweile gewohnten Karaoke-Übungen.
Mit „Law Of Nature“ von der ersten EP „End Of It All“ und dem den
heutigen Abend abschließenden „Bemoaned Animosity“ gab es die
geforderten Zugaben. Danach war wirklich Sense mit den durchschwitzten
Männern und jeder konnte zufrieden nach Hause gehen/fahren.
Langenprozelten hatte sicher noch nie so viele langhaarige Bombenleger
zuvor gesehen, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Sicherlich wird
es nicht die letzte Releaseparty von Final Breath gewesen sein, denn
diese Band hat Zukunft noch und nöcher!
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1.04.2005 |
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